Osnabrooklyn Breakdance Crew

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Zurück zu den Wurzeln

Sie hat schon für Gnarls Barkley und Mike Skinner’s The Streets gesungen, jetzt ist sie mit ihrem eigenen Projekt The Vipertones unterwegs: Die Sängerin Laura Vane aus Brighton. Im Glanz & Gloria zeigte die britisch-niederländische Bandkooperative, was sie unter dem Begriff „Deep Soul“ versteht.

 

Laura Vane

Musikalisches Kraftpaket: Laura Vane im Glanz & Gloria. Foto: Egmont Seiler

Da steht die Frau mit blonden Locken und Stilettos auf der Bühne und singt, als sei sie gerade aus den 60er-Jahren in die Gegenwart gebeamt worden. Augenblicklich wird man an Zeiten erinnert, da Labels wie Stax und Motown am laufenden Band mitreißende Songs von quirligen Girlgroups und fantastischen Sängerinnen auf den Markt brachten. Will heißen: Es gibt Soul im Glanz & Gloria. Der Club, üblicherweise im Elektro- und Independent-Bereich unterwegs, hat, offenbar ermuntert durch die Erfolge von Duffy und Amy Winehouse, eine britische Künstlerin engagiert, die sich offenbar im White Soul pudelwohl fühlt. Doch bevor Laura Vane die Bühne betritt, darf das Publikum einmal mehr eine Performance der Osnabrooklyn Crew bewundern. Zu einem Oldschool-Soul-Track zeigen die Breakdancer mit Weltmeistertitel ihre faszinierenden „Backspins“, „Swipes“ oder „Airtwists“, wie die „Moves“ genannt werden.

 

Mit einem fast nahtlosen Übergang knüpfen die Vipertones an die Breakdance-Darbietung an. Die Begleitband von Laura Vane groovt sich erst mal mit Funksoul-Instrumentals ein, die an die Anfänge der 70er-Jahre erinnern, als Bands wie die schottische Average White Band dem schwarzen Soul weiße Flügel verlieh. Allerdings zeigt sich hier schon, dass diese Musik von knackigen Bläsersätzen lebt. Allerdings können die Vipertones „nur“ mit einem Saxofonisten aufwarten, eine Tatsache, die auch im Laufe des Konzerts mit der Sängerin ein wenig enttäuscht, denn auf der gerade erschienenen Platte von Laura Vane & The Vipertones sorgt eine dreiköpfige Bläsersektion für mächtig Druck und Pepp.

 

Also muss Frontfrau Vane jetzt allein das zierliche Kraftpaket geben. Ob sie kribbelige Nummern wie „Am I Dreaming“ im Stil der alten Schule, ob sie soulige Songs wie „Man Of Your Word“ vorträgt, bei der ihr drei Backgroundsänger mit handgreiflichen Chorussen helfen, oder den Etta-James-Klassiker „You Give Me What I Want“, man merkt der Sängerin die schiere Begeisterung für diese Art von Musik an. Und das überträgt sich auf das Publikum, das schon bald nahezu geschlossen tanzt. Zum Gelingen des Etta-James-Songs trägt übrigens auch Keyboarder Frank Montis bei, der mit seiner Hammond ein grundgrooviges Solo abliefert. Dass die „Schlangentöner“ es nicht nur retro, sondern auch modern können, beweisen sie mit einer harten Funknummer, bei der Vane und ihre Begleitmusiker schon fast in rhythmischen Sprechgesang verfallen. Hiervon ist besonders die Osnabrooklyn Breakdance Crew begeistert, die das ganze Konzert in der ersten Reihe miterlebt – und so einen Beweis dafür liefert, wie stark sogar im Hip-Hop der Trend zurück zu den Wurzeln geht.

 

Neue Osnabrücker Zeitung / www.os-zeitung.de
02.03.2010 (Von Tom Bullmann)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

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