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Choreografie mit Hand in der Tasche

Marina Neumaier (23) hält beim Vortanzen eine Hand in der Tasche ihrer Jeans. Ganz schön lässig für eine Tra inerin. Dann wird dem Beobachter klar: Die Hand in der Tasche ist Teil der Choreografie. Schließlich wird den 35 Mädchen im Gymnastikraum des TV 01 Bohmte Hip-Hop-Dance geboten und kein Uff tata-Paartanz. Später kommen dann noch die Breakdancer, die von Weltmeister Phil Marr unterrichtet werden.

Choreografie mit Hand in der Tasche

Bohmter Spiegelblicke: Initiatoren und Lehrer beim coolen Auftritt in der Sporthalle an der Ovelgönne. Hip-Hop und Breakdance sind auch Ausdruck eines Lebensgefühls.

Der Gymnastikraum ist voll. Mehr ginge wirklich nicht. 35 Mädchen zwischen 10 und 20 Jahren üben in mehreren Reihen hintereinander neue Schritte ein, die Marina Neumaier von der Tanzschule Hull ihnen vor der ganzseitigen Spiegelwand zeigt. Hip-Hop-Dance ist angesagt. Von ihren Postern an der Wand schauen Akon, 2Pac, Massiv oder DMX auf die Mädchen herab, die sich mühen, nachzuvollziehen, was Marina da vorne vortanzt. Nicht immer ganz einfach.

„Das Leistungsvermögen in dieser Gruppe ist schon sehr unterschiedlich“, erläutert Initiator Daniel Götze, als Sport- und Fitnesskaufmann beim TV 01 angestellt. Der 26-Jährige hatte einfach mal in der Schule nachgefragt „was denn so fehlt“. Das Ergebnis waren 52 Anmeldungen für den Hip-Hop-Dance. Nur gut, dass nie alle da sind, sonst würde es in der Gymnastikhalle wirklich eng werden.

Zu den jungen Tänzerinnen gehören Ingrid (14) und Müjde (sprich: Müschde). Die „Liebe zum Hip-Hop“ hat sie zum Tanzen gebracht, sagt etwas pathetisch die 13-jährige Müjde, die auf Flo Rida, 50 Cent, Rihanna und Beyoncé steht. Die „Choreos“ für fünf, sechs Songs stehen bereits, obwohl die Truppe erst seit dem Sommer zusammen ist. Die Moves zu Flo Ridas „Touch Me“ mögen die Mädchen besonders. Die Schrittfolge zu „Gravity“ von K-Jay bereitet noch Probleme. „Die ist ziemlich schwer“, stöhnt Irene.

Noch anspruchsvoller geht es anschließend bei den Breakdancern zu. Von fünf oder sechs Choreos kann bei der Handvoll Kids keine Rede sein. Basics lernen, das heißt, die Sixsteps beherrschen, steht immer noch auf dem Übungsplan. „Breakdance wollen nicht so viele machen“, erklärt Phill Marr aus Osnabrück, seines Zeichens Welt- und deutscher Meister mit seiner Osnabrooklyn Crew (www.oscrew.de), „das ist zu schwer.“

Derzeit versuchen sich sieben Teilnehmer an Powermoves (Figuren), Footwork (Fußarbeit) und Toprocks (Bewegungen des Oberkörpers). Darunter mit Marco (11), Michael (11), Joscha (7), Mari-Lou (9) und Pia (10) auch jüngster Nachwuchs. „Ja, wir haben auch B-Girls hier“, lacht Phil (ebenfalls Tanzschule Hull), in Anspielung auf den Ausdruck B-Boy, der sich von Breakerboy ableitet.

Giuliano ist mit 14 der Älteste der Truppe: „Ich fand Breaken schon immer supergut.“ Später will er auch an Wettbewerben teilnehmen. Vielleicht schafft er es ja sogar mal zum „Battle of the Year“, der Weltmeisterschaft der Szene. Allerdings ist Giuliano durchaus klar, dass schnelle Erfolge im Breaken nicht zu haben sind. „Das dauert sicher noch zwei oder drei Jahre.“

Von Michael Hengehold (Text) und Oliver Krato (Fotos) Bohmte.

Neue Osnabrücker Zeitung / www.os-zeitung.de
05. Januar 2009

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

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